Der Großvenediger und vier rüstige Pensionisten auf dem Weg zum Gipfel

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Großvenediger

Seit Wochen planen wir eine Tour auf den Großvenediger, aber bisher hat uns das Wetter immer einen Strich unter die Rechnung gemacht. Jetzt scheint endlich der richtige Zeitpunkt gekommen. Das Wetter dürfte laut Vorhersage nun für ein paar Tage halten. Nun werden wir, das ist der Karl mit seinen jugendlichen 67 Jahren, der Franz, der Mann ohne jegliche Ermüdungserscheinungen mit gerade einmal 79 Jahren, der Leo mit 73 Jahren und ich mit 75 Jahren den Großvenediger bezwingen. Den Großvenediger mit seinen 3662 Metern und auch der Hauptgipfel der Venedigergruppe in den Hohen Tauern haben wir schon lange für eine unserer Touren ins Auge gefasst. Der Berg an der Grenze zwischen Osttirol und Salzburg ist unter anderem auch der vierthöchste in Österreich. Der BergWir starten am 25. August 2008 bei herrlichem Bergwetter von Linz und der näheren Umgebung aus. Bestens ausgerüstet wie sich das für richtige Bergfexe gehört machen wir uns auf den Weg. Dieser führt uns über Salzburg, das kleine Deutsche Eck, Lofer, Zell am See und Mittersill durch den Felbertauern Tunnel zur Endstation unserer Fahrt, dem Gebührenpflichtigen Parkplatz am Matreier Tauernhaus welches auf einer Seehöhe von 1512 Metern liegt. Hier parken wir unser Auto für 2 Tage. Der Großvenediger oder auch „Weltalte Majestät“ genannt wurde im September 1841 zum Erstenmal bestiegen, nun im August 2008 sind wir vier an der Reihe. Mit der Pferdekutsche um € 6,– pro Person geht es gemütlich bis zum Venedigerhaus, welches auf 1700 Meter Seehöhe liegt. Fahrzeit inklusive „ einen Pferdehuf neu beschlagen “ etwa 90 Minuten. Man kann aber auch mit dem Taxi oder mit einem Traktor mit Anhänger diesen Weg bis nach Innergschlöß auf 1725 Meter Seehöhe zurücklegen. Vom Venedigerhaus erreicht man den Einstieg in etwa 30 Minuten. Nach weiteren doch etwas anstrengenden 4,5 Stunden sind wir an der Neuen Pragerhütte auf 2489 Meter Seehöhe angelangt. Hier werden wir übernachten und morgen bei hoffentlich gutem Bergwetter, sofern der Wettergott will den Gipfel erreichen. Aber nun gibt es erst einmal eine deftige Jause und ein kühles Bierchen. Das gehört einfach dazu. Nach gemütlicher Hüttengaudi machen wir uns dann auf den Weg in`s Bett. Wir haben ein Viererzimmer für Alpenvereinsmitglieder um € 13,– pro Person und für Nichtmitglieder € 26,–. Zwei Stockbetten im Zimmer, nach der kurzen Betteneinteilung geht es ab in die Kiste. In der Neuen Pragerhütte gibt es Übernachtungsmöglichkeiten in 2-Bett Zimmern, in Mehrbettzimmern im Bettenlager oder im Notlager. Für die Körperpflege stehen Waschräume und Duschen zur Verfügung, Männlein und Weiblein dabei getrennt. Wir haben das Frühstück für 5.45 Uhr bestellt, gibt es allerdings schon ab 4.00 Uhr. Um € 7,50 bekommt man Brot, frisches Gebäck, Butter, Käse, Wurst, Marmelade, Honig und Tee oder Kaffee, hier muss keiner hungrig auf den Gipfel. Bestens gestärkt nach solch einem ausgezeichneten Frühstück und gut ausgerüstet starten wir um 06.15 Uhr auf den Gipfel. Nach etwa einer Stunde heißt es die Eisen anlegen, denn ab da geht es über den Gletscher. Nach weiteren 2,5 Stunden haben wir unser lange ersehntes Ziel erreicht. Den Gipfel des Großvenediger, bei fantastischem Wetter am Gipfel und Nebel im Tal gibt es ein „Berg Heil“ und das wohl jedem Berggeher bekannte erhabene Gefühl.

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